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Australischer Kinofilm: „Oranges and Sunshine“

22. Oktober 2011

„Oranges and Sunhine“ ist ein Film über einen der größten Skandale der letzten Jahrzehnte: Die Sozialarbeiterin Margaret Humphreys aus Nottingham deckte die groß angelegte Zwangsdeportation hunderttausender Kinder aus Großbritannien auf.

Unvorstellbar, und doch wurden bis 1970 130.000 britische Kinder einfach so in die Länder des Commonwealth ausgeliefert. Ihnen wurde erzählt, ihre Eltern seien tot und sie würden in ihrer neuen Heimat auf Pferden zur Schule reiten und auf dem Weg Obst von den Bäumen pflücken. Doch nichts davon war wahr. Stattdessen erwartete sie schlechte Behandlung und teilweise Zwangsarbeit und Missbrauch.

„Oranges and Sunshine“ von Jim Loach erzählt nun die Geschichte der Sozialarbeiterin Margaret Humphreys, die 1986 zufällig über einen der Fälle stolperte und nun seit über 20 Jahren damit beschäftigt ist, die Familien wieder zusammenzuführen. Der Zuschauer lernt im Film die Schicksale der heute erwachsenen Kinder auf der Suche nach ihren Familien kennen.

Der Film thematisiert allerdings nicht, warum Erwachsene an den verantwortlichen Stellen überhaupt dazu in der Lage waren, Kinder in solche Situationen zu geben. Vielleicht lag es auch daran, dass diese Praxis bereits 1618 eingeführt worden war und seither nicht hinterfragt wurde. Ziel der Aktion war wohl, die Kosten in England für zur Adoption freigegebene Kinder gering zu halten und das Empire mit einem guten „Vorrat“ an Nachwuchs zu versorgen. Eine erschreckende Vorstellung vom Kind als Ware.

Oranges and Sunshine

Großbritannien, Australien 2010
105 Min.
Regie: Jim Loach
Hauptdarsteller: Emily Watson, David Wenham, Hugo Weaving, Tara Morice, Lorraine Ashbourne
Kinostart in Deutschland noch nicht bekannt

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