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Oberster Gerichtshof in Australien liefert NS-Verbrecher nicht aus

23. August 2012

Nachdem die australische Regierung jahrelang versucht hat, den mutmaßlichen NS-Kriegsverbrecher Charles Zentai an Ungarn auszuliefern, hat nun der Oberste Gerichtshof Australiens dagegen entschieden. Zentai darf in Australien bleiben. Der inzwischen 90-Jährige soll 1944 mit zwei weiteren Soldaten einen 18-jährigen Juden zu Tode geprügelt haben, weil dieser keinen Davidstern trug. Die eigenwillige Begrüdung des Gerichts lautet, es habe 1944 in Ungarn den Straftatbestand des Kriegsverbrechens, für den Zentai zur Verantwortung gezogen werden solle, noch nicht gegeben. Zentai bestreitet die Vorwürfe. Nachdem er 1950 nach Australien ausgewandert war, änderte er seinen Vornamen Karoly in Charles. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum machte ihn ausfindig, 2005 stellte Ungarn einen Auslieferungsantrag. Seitdem wird gestritten. Nun hat Zentai gewonnen.

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