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Aborigines

Sind Aborigines verwandt mit den Indern?

8. Februar 2013

Austalien-info veröffentlichte kürzlich eine  Zusammenfassung eines neuen Forschungsberichtes des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie (EVA) in Leipzig, in dem über eine Verwandschaft der australischen Ureinwohner mit indischen Einwanderern berichtet wird:

„Im Erbgut australischer Ureinwohner fanden Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie (EVA) in Leipzig Spuren, die darauf hindeuten, dass vor zirka 4000 Jahren bereits Menschen aus Indien nach Australien eingewandert sind. Diese Erkenntnisse wurden erstmals im Januar 2013 von einem Forscher-Team um Irina Pugach im Fachjournal PNAS veröffentlicht. Die Studie will nachweisen, dass es nach der ersten Einwanderung von Menschen auf dem australischen Kontinent vor zirka 60.000 Jahren immer wieder Einwanderungswellen gab und die Aboriginies nicht, wie bislang angenommen, bis zur Ankunft weißer Entdecker 1606 in Isolation lebten.

In dieser Studie wird auch auf die jeweils auffallend dunkle Hautfarbe mancher Aboriginies hingewiesen, die auf eine Verwandtschaft mit Menschen im Hochland von Neuguinea und den Mamanwas, einem Volk auf den Philippinen, hinweisen könnte. Diese Einflüsse dürften gemäß der Analyse des Erbguts bereits rund 35.000 Jahre zurückliegen. Für beide möglichen Einwanderungswellen spielt eine Rolle, dass es in der Erdgeschichte immer wieder Landbrücken zwischen Australien und seinen nördlichen Nachbarn gab, wenn der Meeresspiegel gesunken war, weil das Wasser in einer Eiszeit an den Polen und vielen Gletschern gebunden war. Man nimmt derzeit an, dass der Meeresspiegel vor 40.000 Jahren 90 Meter niedriger war.“

Quelle: Max-Planck-Institut über www.australien-info.de
Mehr Infos beim Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie unter www.mpg.de/6816021/genfluss-indien-australien

Nicht verpassen: Ausstellungen von Aborigine-Kunst in Deutschland

3. September 2012

Aboriginal Art

Dass Aborigine-Art eine besondere und eine besonders schöne Kunstform ist, wussten wir schon lange. Gottseidank gibt es auch in Deutschland immer wieder die Möglichkeit, diese tollen Gemälde zu besichtigen.
Artkelch hebt sich dabei immer sehr hervor (www.artkelch.de) und hat auch diesmal wieder eine Ausstellung organisiert, die der Kunst der Aboriginies gerecht wird. Die Ausstellungsreihe „Pro Community“ steht unter der Schirmherrschaft der australischen Botschaft mit dem Fokus auf Kunstzentren in Australien, die den Künstlern selbst gehören.
Mit Warlayirti Artists 2012 stellt Artkelch eines der ältesten und renommiertesten davon vor. Für Kenner hier noch einige Namen der Künstler: Eubena Nampitjin, Elizabeth Nyumi Nungurrayi, Sarah Daniels Napanangka, Helocopter Tjungurrayi, Kathleen Paddoon Napanangka, Christine Yukenbarri Nakamara, Pauline Sunfly Nangala, Theresa Nowee Napaltjarri, Geraldine Nowee Napaltjarri, Miriam Baadjo Nangala, Imelda Yukenbarri Nakamarra, Nora Wompi Nungurrayi, Eva Nagomara Napurrula und Brian Mudgedell Tjakamara.

Die Ausstellung ist zu folgenden Daten in folgenden Städten zu sehen:

16.06. – 07.07.2012     Freiburg – Galerie Artkelch
13.07. – 26.08. 2012     Leipzig – Grassi Museum
30.08. – 02.09.2012     Hamburg – Fabrik der Künste
05.10. – 27.10.2012     Überlingen – Galerie Gunzoburg

Zum Kunstzentrum Warlayirti Artists gibt es folgenden Link:

Steinmalereien in Australien entdeckt

9. August 2012

Ein Archäologe der Universität von Southern Queensland behauptet, Australiens älteste Steinmalereien entdeckt zu haben. Nachdem die neuseeländische Universität von Waikato nun das Alter mit 28.000 Jahren bestimmt hat, ist er an die Öffentlichkeit gegangen. Die bisher älteste gefundene Höhlenmalerei stammt aus Spanien.  Handabdrücke und ein Kreis sollen bereits über 40.000 Jahre alt sein. Die Ergebnisse des Fundes sollen demnächst im Journal of Archaeological Science veröffentlicht werden. Spiegel online bietet zum Thema „Wissenschaftsbilder des Monats“ in einer beeindruckenden Fotostrecke auch ein Bild der Malerei aus Australien:  www.spiegel.de/fotostrecke

Neue Website für Begegnungen mit Aboriginal-Kultur

24. Juni 2012

Aboriginal Australia ist die neue Website, auf der Tourism Australia eine Übersicht über Möglichkeiten für Begegnungen von Touristen mit der Kultur der australischen Ureinwohner bietet. Nur wer bestimmte Kriterien erfüllte, darf nun als Veranstalter auf dieser Internetseite auftauchen, denn Tourism Australia wollte sicher gehen, dass es sich bei allen vorgestellten Möglichkeiten um professionelle Angebote handelt. Im Rennen geblieben sind 45 so genannte „Indigenous Tourism Champions“. Die Seite richtet sich momentan vor allem an Tourismusanbieter, die neue umnd ungewöhnliche Routen durch Australien suchen. Aber auch Individualreisende können sich hier Anregungen suchen. www.aboriginaltourism.australia.com/

Aborigine mit Digderidoo

Aboriginal Art in Nussdorf

13. Mai 2011

Im „Kunstwerk“ in Nussdorf bei Stuttgart finden seit Ende März 2011 unter dem Titel „Hängung #7“ Ausstellungen hochkarätiger Fotokunst und der Stars der australischen Aboriginal Art statt. Mit einer Vernissage begann am 08.05. eine Ausstellung von Werken aus drei Kunstzentren im äußersten Norden Südaustraliens. Durch diese Abgeschiedenheit entstanden dort Werke, die sich durch besondere Ursprünglichkeit, Vitalität und Integrität auszeichnen. Bei der Finissage am 5. Juni stellen vier Künstler selbst ihre Werke vor. Dies ist die erste geschlossene Ausstellung mit Werken dieser Kunstzentren in Europa und die größte Ausstellung überhaupt außerhalb Australiens. Weitere Infos über die Künstler und den Ausstellungsort findet ihr unter http://sammlung-klein.de/ausstellungen/haengung_7/

Kunst der Aborigines in Köln – nur noch 1 Woche!

13. März 2011

Noch ein letztes Mal möchte ich auf die kleine, aber wunderschöne Ausstellung zum Thema „Kunst der Aborigines“ im Museum Köln aufmerksam machen. Die Ausstellung, die schon seit Ende November läuft, ist nur noch eine Woche lang zu sehen. Wer noch nicht da war, sollte nach Möglichkeit noch schnell einen Abstecher nach Köln machen. Es lohnt sich.

Hier ein Link zum Museum Ludwig

Aboriginal Art

Remembering Forward. Malerei der australischen Aborigines seit 1960 im Museum Ludwig in Köln

15. November 2010

In der Sonderausstellung »Remembering Forward« zeigt das Museum Ludwig Werke von neun herausragenden Persönlichkeiten der zeitgenössischen indigenen Malerei der letzten 40 Jahre. Die Maler stammen aus den Wüstenregionen im Zentrum und aus den Kimberleys im Nordwesten Australiens. Als Besonderheit werden auch Gemälde auf Baumrinde aus Arnhem Land zu sehen sein, die bereits um 1960 in die Kunstszene von Syndey gebracht wurden, womit der Aborigine-Kunst eine frühe Würdigung zuteil wurde.
Wer sich also für Kunst der Aborigines interessiert, kann diese ab dem 20.11.2010 in einem der renommiertesten Museen Deutschlands bewundern. Neben dem Dom doch ein Grund mehr, mal einen Abstecher nach Köln zu machen.

Remembering Forward
Malerei der australischen Aborigines seit 1960
20. November 2010 bis 20. März 2011
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 – 18 Uhr
jeden ersten Donnerstag im Monat 10 – 22 Uhr

www.museenkoeln.de/museumludwig

Kunst der Aborigines am Bodensee

20. Juli 2010

Vom 23. bis 25. Juli findet in Dornbirn am Bodensee die artbodensee 10 statt. Die Galerie artkelch, die wir schon einmal vor gut einem Jahr vorgestellt haben, hat sich auf zeitgenössische Kunst der Aborigines spezialisiert. Auf der Kunstmesse artbodensee stellt sie in Halle 14 an Stand 18 aktuelle Werke australischer Künstler vor, u.a. von Wintjiya Napaltjarri, Sally Gabori, Sonja Kurrara, Eubena Nampitjin, Ginger Wikilyiri und Judy Napangardi Watson. Wer also nicht so schnell nach Australien kommt, sollte sich auf den Weg zum Bodensee machen.
Geöffnet ist die artbodensee Freitag und Samstag von 11 bis 20 Uhr mit Führungen um 14, 16 und 18 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr mit Führungen um 12, 14 und 16 Uhr.
Mehr Infos gibt es unter www.messedornbirn.at/art-bodensee

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Der Uluru – Sitz der Ahnen

12. November 2009

Mitten im Outback Australiens, im Northern Territory, steht ein Berg, der eine besondere Bedeutung hat: der Ayers Rock, von den australischen Ureinwohnern auch Uluru genannt. Gut 450 Kilometer sind es mit dem Auto von der nächsten größeren Stadt Alice Springs aus.

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Von vielen irrtümlich als Monolith bezeichnet, ist er tatsächlich nur die Spitze einer größtenteils unterirdischen Felsformation, die vor gut 500 Millionen Jahren entstanden ist. Der Uluru wird, je nach Tageszeit und Lichteinfall, von unterschiedlichen Farbspielen gezeichnet und sieht so mal braun und mal tiefrot aus.

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Ca. 10 Kilometer muss man laufen, wenn man ihn einmal umrunden will. Seine Länge beträgt ca. 3 Kilometer, seine Breite an manchen Stellen 2 Kilometer. Besteigen sollte man ihn nicht – aus Respekt vor den indigenen Völkern, für die der Berg ein Heiligtum darstellt. Sie sehen in ihm den Sitz ihrer Ahnen. Legenden ranken sich um den roten Riesen, die Traumzeit- geschichten erzählen den Mythos von den Liru, den Giftschlangen-Menschen, und den Kunia, den Teppichschlangen-Menschen. In der Mutitjilda-Schlucht lebt mit der Regenbogenschlange Wanambi die bedeutendste Traumzeitfigur der Aborigines.

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Für viele Reisende gilt: Kein Australien-Trip, ohne einen Abstecher zum Uluru zu machen. Denn den sollte man gesehen haben, wenn man sich schon auf den weiten Weg ans andere Ende der Welt macht.

Kiwi Tours bietet übrigens einige schöne Reisen zum Ayers Rock an. Zu den Reiseangeboten geht hier lang: Kiwi Tours – Reiseangebote Australien

Aborigines – die Ureinwohner Australiens

8. November 2009

Die Aborigines wanderten vor ca. 50.000 Jahren von Indonesien nach Australien ein. Eigentlich sind sie gar kein einheitliches Volk, der Begriff führt ein wenig in die Irre, sondern es gibt viele kleine Stämme und Clans mit oft unterschiedlichen Bräuchen und Sprachen. Ihre Zahl wird zwischen 300.00 und gut 1 Millionen angegeben.

Doch mit der Ankunft der Weißen in Australien 1788 sank ihre Zahl wieder beträchtlich. Durch die Erklärung Australiens zu „Terra Nullius“, also unbewohntem Land, durch die britische Regierung wurden den Aborigines jegliche Rechte genommen. Eingeschleppte Krankheiten, aber auch handgreifliche Auseinandersetzungen und zuletzt sogar Versklavung reduzierte die Zahl der Aborigines auf nur noch 60.000 um 1920. Heute zählen sie wieder knapp eine halbe Million.
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Aber auch heute ist ihre Situation nicht leicht. Lange Zeit wurden sie per Gesetz von Mitbestimmung und oft auch Gerechtigkeit ausgeschlossen: Es gab Gesetze, die die Ehe von Weißen mit Aborigines verboten, sie durften offiziell keinen Alkohol zu sich nehmen und hatten keinen Anspruch auf eine staatliche Alterspension, um nur einige Punkte zu nennen. Es dauerte bis 1965, bis auch der letzte Staat (Queensland) das Wahlrecht endlich an die Ureinwohner vergab. Doch immer noch waren die Aborigines in vielen Staaten gesetzlichen Restriktionen ausgesetzt. Erst der 1975 eingeführte Racial Discrimination Act, der Diskriminierung aufgrund von Rasse untersagte, setzte alle regionalen, anders lautenden Gesetze außer Kraft.

Doch es gibt immer noch große Probleme: Im Durchschnitt gehören die Aborigines zu den ärmsten Bevölkerungsteilen Australiens. Ihre Arbeitslosenquote ist, verglichen mit dem australischen Durchschnitt, extrem hoch. Ihre Lebenserwartung liegt 10 Jahre unter der der weißen Australier und ihre Kindersterblichkeit ist immer noch doppelt so hoch.

Wirkliche Gleichberechtigung sieht anders aus. Und doch hat sich ein neues Selbstbewusstsein bei den Ureinwohnern Australiens entwickelt.

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Ihre Kunst wird heute in alle Länder der Welt exportiert, ihre Malereien ziehen interessierte Besucher in Galerien, ihre Musik ertönt überall. In Deutschland z.B. wurde die Aborigines-Band Yothu Yindi vor allem durch ihre Zusammenarbeit mit Peter Maffay auf seinem Album „Begegnungen“ bekannt. Auch Filme geben Einblicke in das Leben der Ureinwohner: 2006 entstand der Film „10 Kanus, 150 Speere und 3 Frauen“, der auf dem Filmfestival in Cannes den Kritikerpreis erhielt.

Aborigine mit Digderidoo