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Archiv für das Tag 'australienkolumne'

kiwi’s column 7 – die australienkolumne

12. September 2010

Es mag uns nicht sehr verwundert haben, dass der gestürzte Ex-Premierminister Kevin Rudd sich still und leise in die neue Regierung eingegliedert hat und von seiner Nachfolgerin zum Außenminister gemacht wurde. Immerhin spricht er laut sämtlicher Artikel fließend chinesisch, das scheint ihn schon genug zu qualifizieren. Schön für ihn.
Dafür hat eine andere Nachricht uns dann doch einen ein wenig fragenden Blick auf unser Gesicht gezaubert: „Kirche in Australien verbietet Popsongs auf Beerdigungen“. In über 200 australischen Kirchen darf seit Neuestem weder Louis Armstrongs „Wonderful World“ noch Frank Sinatras Klassiker „My Way“ gespielt werden, geschweige denn die anderen vielen Lieblingslieder, die die Dahingeschiedenen auf ihrem letzten Gang begleiten sollen. Denn eine katholische Beerdigung sei ein heiliger Ritus, so Erzbischof Dennis Hart. Ja, das sehen wir auch so, doch verstehen wir nicht wirklich, warum nicht ein wenig Individualismus und Herzenswärme in der Kirche ebenfalls Platz haben sollten. Doch wir verstehen die Kirche, denn immerhin enthält die Liste der beliebtesten Beerdigungslieder Australiens so hochbrisante Werke wie Andrea Bocellis und Sarah Brightmans kitschige Pseudoarie „Time to say Goodbye“ oder das Kirchenlied „Amazing Grace“. Wirklich eine Gefahr. Doch es wäre nicht Australien, wenn nicht auch einige absonderliche Musikwünsche dabei wären. So befinden sich unter den beliebtesten Songs auch Lieder wie Queens „Another One Bites The Dust“ oder Monty Pythons „Always Look On The Bright Side Of Life“. Unser Favorit: „DingDong, the witch is dead“ aus dem „Zauberer von Oz“. Und uns drängt sich die Frage auf: Wer wohl damit seine Mutter oder Frau unter die Erde bringt?

Herzliche Grüße
Eure Kiwis

kiwi’s column 6 – die australienkolumne

12. Juli 2010

So, nun ist sie vorbei, die Fußball-WM. Australiens Vorrunden-Aus ist Geschichte. Manchen mag dieses Aus nicht verwundern, aber man möge doch nicht vergessen, dass Australiens Socceroos 2006 immerhin bis ins Achtelfinale gekommen sind.
Und außerdem dreht sich der Nabel der Welt doch nicht um Europa. Immerhin war Australien viermal Oceanian Cup-Sieger (1980, 1996, 2000, 2004) und beim Asian Cup immerhin einmal im Viertelfinale, nämlich 2007. Nun gut, es mag sein, dass Gegner wie Neukaledonien, Tahiti oder die Solomon Islands keine wirklichen Fußballgrößen sind, aber was soll´s: Erfolg ist Erfolg.
Spanien hat also nun endlich seinen Weltmeistertitel, verdient oder nicht, die deutsche Nationalmannschaft ist schon wieder zurück, und in Südafrika ist Aufräumen angesagt. Doch der Ball dreht sich längst weiter: Es geht um die Vergabe der WM 2018 und 2022. Und hier will Australien endlich mitmischen – und hat sich um die Austragung der WM 2022 beworben.
Nachdem 2014 also der Cup in Brasilien vergeben wird, wird wohl 2018 ein europäisches Land das Rennen machen, wahrscheinlich wird es England werden. Für 2022 werfen Australien, Katar, Japan und Südkorea ihren Einfluss und ihr Geld in die Waagschale. Japan und Südkorea waren ja gerade erst 2002 gemeinsam WM-Gastgeber. Also Australien oder Katar? Das kleine Emirat scheint doch da wenig Chancen zu haben mit nur 1,6 Millionen Einwohnern und Temperaturen von 40 bis 45 Grad im Schatten. Doch sie haben eine eigene Taktik: Fünf Stadien sollen für die WM gebaut werden, alle mit einer Art Klimaanlage, die nach der WM auseinandergebaut und in bedürftige Länder verschenkt werden sollen. Und Sepp Blatter sagt dazu: „Die Arabische Welt verdient eine Weltmeisterschaft.“ Tja, da müsst ihr euch wohl noch etwas einfallen lassen, liebe Australier…

Herzliche Grüße
Eure Kiwis