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Archiv für das Tag 'Kolumne'

kiwi’s column 10 – die australienkolumne

7. Januar 2011

Neuigkeiten gibt es aus Australien genug. Auch 2011. Leider werden die Schlagzeilen seit Wochen von den verheerenden Überschwemmungen an der Ostküste des Kontinents dominiert. Kein schöner Jahresbeginn für die Australier aus dieser Gegend. Stern berichtet, dass keine Entspannung in Sicht sei, während Focus gestern meldete, dass trotz weiterer Regenfälle das Wasser zurückgeht und die Pegelstände sinken. Wir sind hoffnungsvoll und halten uns an Focus. Rund 4.000 Menschen mussten in Queensland ihre Häuser verlassen, seit die Regenfälle kurz vor Weihnachten einsetzten, gut 200.000 Menschen sind wohl direkt oder indirekt vom Hochwasser betroffen. Ein schönes Weihnachten und ein toller Rutsch ins Neue Jahr. Insgesamt soll das Überschwemmungsgebiet größer sein als Deutschland und Frankreich zusammen. Wir drücken die Daumen, dass nicht noch mehr Wasser vom Himmel kommt und die Queenslander bald wieder in ihr Zuhause können.
Wenn man den Schlagzeilen über Australien weiter folgt, bemerkt man, was die Deutschen so an Australien interessiert. Die zweitwichtigste Meldung dieser Tage ist, dass Ex-Playmate Gitta Saxx ins Dschungelcamp einzieht, für das Dirk Bach und Sonja Zietlow gerade auf jeder Litfasssäule im geschmacklosen Adams- bzw. Eva-Kostüm Werbung machen. Ja, das bewegt unsere Welt.
Doch zurück zu wirklich Wichtigem, denn die Australier dürfen noch nicht aufatmen: Es gab Meldungen, wonach nach den Anschlägen auf die koptische Kirche in Ägypten nun auch ihre Anhänger in Australien Drohungen erhalten haben sollen. Vier koptische Gemeinden in Sydney waren die Adressaten, ihre Gemeinderäume wurden vor den Gottesdiensten von der Polizei auf Bomben untersucht.
In was für eine Welt schlittern wir? Dabei haben wir uns doch alle, neben unseren wie in jedem Jahr großartigen Vorsätzen für uns selbst, ein friedliches 2011 gewünscht. Aber wir geben nicht auf, und hören auf ein australisches Sprichwort: „Jene, die ihre Träume verlieren, sind verloren.“

Herzliche Grüße

Eure Kiwis

kiwi’s column 8 – die australienkolumne

29. September 2010

Es ist wieder soweit: Heidi Klum macht sich in unserem Land zum nicht mehr zählbar wiederholten Male auf die Suche nach „Germany’s Next Topmodel“. Währenddessen hat man sich in Australiens Hauptstadt Sydney bei genau solch einem Event einem der peinlichsten TV-Momente der Geschichte ausgesetzt gesehen: Bei der Live-Show von „Australia’s Next Top Model“ am 28. September im Luna Park wurde die falsche Teilnehmerin zur Gewinnerin gekürt.  Bis der Fehler auffiel, dauerte es… Live is live. Anscheinend war längere Zeit keinem, weder der Moderatorin noch den Machern hinter den Kulissen – und da sitzt sicher auch nicht nur einer! – aufgefallen, dass da die Falsche ihre Dankesrede hielt. Ups! Schade, dass das nun bei uns nicht passieren wird, denn da werden sie jetzt besonders aufpassen. Aber wir werden sicher auch was zum Lachen haben, denn unsere Heidi ist ja bekanntermaßen die schlechteste Live-Moderatorin der Welt…

Australien kann sich aber zum Ausgleich für das Debakel über VIP-Zuwachs freuen: Orlando Blooms Kind soll Australier werden. Wer war das jetzt wieder? Ach ja, der Schöne aus „Fluch der Karibik“. Der Hollywood-Star und seine Topmodel-Frau Miranda Kerr haben beschlossen, ihr – mit Sicherheit wunderschönes – Kind in Australien zur Welt kommen zu lassen. Vielleicht in ein paar Jahren auch Anwärter für „Australia’s Next Top Model“. Denn bis dahin wird sich das Format sicher halten, immerhin geht die Sendung in Deutschland ins 5. Jahr, in Australien ins 6. Jahr und in Amerika sogar schon ins 8. Produktionsjahr. Für Nachwuchs wird also gesorgt.

Ein weit erwähnenswerteres Thema wird da von dpa gemeldet: Demonstranten legten den größten Kohlehafen der Welt in Newcastle an der australischen Ostküste lahm – aus Protest gegen die hohen Emissionen der Kohleindustrie. Die Polizei nahm daraufhin 45 Menschen fest. Die Demonstranten brachen am Morgen in das Terminalgelände ein, kletterten auf Maschinen und Kräne und entrollten Transparente. Der Grund: Australien erzeugt 86 Prozent seiner Energie mit Kohle. Der größte Kohleexporteur der Welt gehört auch zu den größten Klimasündern der Welt. Trotzdem soll der Hafen in Newcastle weiter ausgebaut werden und bis 2013 seine Exportkapazität auf 180 Millionen Tonnen erhöhen. Da müssten doch eigentlich sogar wir auf die Barrikaden gehen!

Herzliche Grüße
Eure Kiwis

kiwi’s column 7 – die australienkolumne

12. September 2010

Es mag uns nicht sehr verwundert haben, dass der gestürzte Ex-Premierminister Kevin Rudd sich still und leise in die neue Regierung eingegliedert hat und von seiner Nachfolgerin zum Außenminister gemacht wurde. Immerhin spricht er laut sämtlicher Artikel fließend chinesisch, das scheint ihn schon genug zu qualifizieren. Schön für ihn.
Dafür hat eine andere Nachricht uns dann doch einen ein wenig fragenden Blick auf unser Gesicht gezaubert: „Kirche in Australien verbietet Popsongs auf Beerdigungen“. In über 200 australischen Kirchen darf seit Neuestem weder Louis Armstrongs „Wonderful World“ noch Frank Sinatras Klassiker „My Way“ gespielt werden, geschweige denn die anderen vielen Lieblingslieder, die die Dahingeschiedenen auf ihrem letzten Gang begleiten sollen. Denn eine katholische Beerdigung sei ein heiliger Ritus, so Erzbischof Dennis Hart. Ja, das sehen wir auch so, doch verstehen wir nicht wirklich, warum nicht ein wenig Individualismus und Herzenswärme in der Kirche ebenfalls Platz haben sollten. Doch wir verstehen die Kirche, denn immerhin enthält die Liste der beliebtesten Beerdigungslieder Australiens so hochbrisante Werke wie Andrea Bocellis und Sarah Brightmans kitschige Pseudoarie „Time to say Goodbye“ oder das Kirchenlied „Amazing Grace“. Wirklich eine Gefahr. Doch es wäre nicht Australien, wenn nicht auch einige absonderliche Musikwünsche dabei wären. So befinden sich unter den beliebtesten Songs auch Lieder wie Queens „Another One Bites The Dust“ oder Monty Pythons „Always Look On The Bright Side Of Life“. Unser Favorit: „DingDong, the witch is dead“ aus dem „Zauberer von Oz“. Und uns drängt sich die Frage auf: Wer wohl damit seine Mutter oder Frau unter die Erde bringt?

Herzliche Grüße
Eure Kiwis

kiwi’s column 6 – die australienkolumne

12. Juli 2010

So, nun ist sie vorbei, die Fußball-WM. Australiens Vorrunden-Aus ist Geschichte. Manchen mag dieses Aus nicht verwundern, aber man möge doch nicht vergessen, dass Australiens Socceroos 2006 immerhin bis ins Achtelfinale gekommen sind.
Und außerdem dreht sich der Nabel der Welt doch nicht um Europa. Immerhin war Australien viermal Oceanian Cup-Sieger (1980, 1996, 2000, 2004) und beim Asian Cup immerhin einmal im Viertelfinale, nämlich 2007. Nun gut, es mag sein, dass Gegner wie Neukaledonien, Tahiti oder die Solomon Islands keine wirklichen Fußballgrößen sind, aber was soll´s: Erfolg ist Erfolg.
Spanien hat also nun endlich seinen Weltmeistertitel, verdient oder nicht, die deutsche Nationalmannschaft ist schon wieder zurück, und in Südafrika ist Aufräumen angesagt. Doch der Ball dreht sich längst weiter: Es geht um die Vergabe der WM 2018 und 2022. Und hier will Australien endlich mitmischen – und hat sich um die Austragung der WM 2022 beworben.
Nachdem 2014 also der Cup in Brasilien vergeben wird, wird wohl 2018 ein europäisches Land das Rennen machen, wahrscheinlich wird es England werden. Für 2022 werfen Australien, Katar, Japan und Südkorea ihren Einfluss und ihr Geld in die Waagschale. Japan und Südkorea waren ja gerade erst 2002 gemeinsam WM-Gastgeber. Also Australien oder Katar? Das kleine Emirat scheint doch da wenig Chancen zu haben mit nur 1,6 Millionen Einwohnern und Temperaturen von 40 bis 45 Grad im Schatten. Doch sie haben eine eigene Taktik: Fünf Stadien sollen für die WM gebaut werden, alle mit einer Art Klimaanlage, die nach der WM auseinandergebaut und in bedürftige Länder verschenkt werden sollen. Und Sepp Blatter sagt dazu: „Die Arabische Welt verdient eine Weltmeisterschaft.“ Tja, da müsst ihr euch wohl noch etwas einfallen lassen, liebe Australier…

Herzliche Grüße
Eure Kiwis

kiwi’s column 3 – die australienkolumne

10. Mai 2010

Dass die Australier den amerikanischen Filmmarkt erobert haben, ist längst bekannt. Schauspieler wie Eric Bana, Hugh Jackman oder Nicole Kidman gehören zur ersten Liga Hollywoods. Doch jetzt wird das Ganze auf die Spitze getrieben: Nach einem fragwürdigen Oscar, den Russell Crowe 2000 für seine Rolle in „Gladiator“ bekommen hat, erhält er jetzt die Ehre, eine australische Briefmarke zu zieren. Anlass ist Crowes neuer Film, in dem er in die Fußstapfen von so berühmten Männern wie Douglas Fairbanks, Errol Flynn, Sean Connery oder Kevin Costner tritt und Robin Hood spielt. Die australische Post will damit „das Talent von Crowe und seinen Beitrag zur Filmindustrie“ würdigen. Ein Meilenstein des australischen Kulturerbes…
A propos Erbe: Wie die UNESCO bekannt gab, hat die Havarie des chinesischen Frachters Shen Neng 1 vor Australien keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Status des Great Barrier Reefs als Weltnaturerbe. Allerdings wird das Great Barrier Reef nun stärker beobachtet, da der Schiffsverkehr ringsherum immer mehr zunimmt und das Riff immer mehr in Gefahr bringt. Here’s looking at you, kid!

Herzliche Grüße
Eure Kiwis

kiwi’s column 2 – die australienkolumne

26. April 2010

Man sagt den Australiern ja nicht gerade den besten Geschmack nach. Beeinflusst durch die englische Küche mag ja auch manches Essen in Australien nicht gerade dem mitteleuropäischen Gaumen munden. Doch das Allerneueste auf dem australischen Lebensmittelmarkt muss man dann doch nicht unbedingt schlucken: Heuschrecken-Pizza. So machen die Australier aus der Not eine Tugend. Denn seit der Regen wieder eingesetzt hat, gibt es Heuschrecken in Massen. Warum nicht essen? Immerhin ist auf der Pizza auch Käse. Soviel zum Geschmack.
Geschmack bewies auch die American Idol-Gewinnerin Kelly Clarkson – oder scheinbar eher nicht. Für vier Konzerte kommt sie nach Australien, und alle lieben ihre Stimme. Leider schauen einige auch woanders hin, und so kann etwas, was sich 08/15-Durchschnittsreisender erlauben darf, bei einem Star wie Kelly Clarkson schon mal zu bösen Stimmen führen. Bei ihrer Ankunft trug sie unvorteilhafte Klamotten, war ungekämmt und trug kein Make-Up. Oh, das bin ja ich!
Und noch eine Frau fiel in Australien auf – allerdings eher durch ihre unvorteilhafte Art der Rache. Da sie annahm, ihr Ehemann würde sie betrügen, zündete sie kurzerhand seine Genitalien an – und dabei auch das ganze Haus. Das Opfer starb im Krankenhaus, die Täterin wurde gefasst und erklärte, dass sie keineswegs ihren Mann töten wollte, nur seine Genitalien. Ja, das macht es sicher besser.

Herzliche Grüße
Eure Kiwis

kiwi’s column 1 – die australienkolumne

18. April 2010

Seit gestern Abend ist wieder einmal aufgefallen, dass Australiens Lage am anderen Ende der Welt keineswegs von Nachteil ist. „No longer down under“ – sondern viel eher obenauf, wenn man sich den Flugverkehr in Europa ansieht, der durch den Vulkanausbruch in Island fast völlig zum Stillstand gekommen ist. Es hätte hier auch ein Kamel im Zoo niesen können, das hätte die Australier genauso tangiert wie die Aschewolke, die sich über unseren eigenen Kontinent legt. Dafür kämpft Australien mit seinen eigenen Plagen: Nach einer schlimmen Dürre fällt nun endlich wieder Regen. Doch der bringt nicht nur das ersehnte Wasser, sondern damit auch eine Heuschreckenplage, denn deren natürliche Feinde sind von der vorangehenden Dürre extrem dezimiert. So hat doch jeder sein Päckchen zu tragen. A propos Päckchen: Das schottische Casting-Wunder Susan Boyle braucht eine Auszeit. Und die nimmt sie sich ausgerechnet jetzt, wo ihre Promotiontour durch Australien beginnen sollte. Susan Boyle kam gerade von einer Tour aus Japan. Und das bestätigt uns doch wieder in unserem Vorurteil, dass in Japan zu viel gearbeitet wird. Und zu guter Letzt: Australien setzt sich durch und hat zwei der Verantwortlichen für die Havarie des chinesischen Frachters „Sheng Neng 1“ festgenommen. Der Kapitän und der wachhabende Offizier sollen vor Gericht gestellt werden dafür, dass sie einen Teil des einzigartigen Naturwunders Great Barrier Reef zerstört haben. Recht so!

Herzliche Grüße
Eure Kiwis